Armutszahlen erreichen neuen Höchststand 02.03.2017

Arche-Gründer Bernd Siggelkow: „Vor allem Alleinerziehende und Kinder sind betroffen. Es wird jedes Jahr schlimmer.“

Die Armut in Deutschland ist auf einen Höchststand von 15,7 Prozent angestiegen, diese Zahl veröffentlichte heute der Paritätische Wohlfahrtsverband mit seinem aktuellen Armutsbericht. Dies markiert einen neuen Höchstwert. Alle von Armut bedrohten Risikogruppen haben sich demnach vergrößert. Insbesondere die Armutsquote bei Alleinerziehenden hat mit 44 Prozent noch einmal erschreckend zugenommen. Leidtragende sind dadurch vor allem die Kinder.

Arche-Gründer Bernd Siggelkow (Foto) äußert sich zu den neuen Zahlen: „Jedes Jahr wird es noch schlimmer und alarmierender. Wir lernen einfach nichts aus den vergangenen Studien und nehmen die Tatsache hin, dass gerade Kinder in Armut aufwachsen müssen. Zahlen sagen dabei oft nur wenig über die Chancenungleichheiten aus. An den Standorten der Arche sehen wir seit Jahren, dass vor allem bei Alleinerziehenden die Perspektivlosigkeit auf die Kinder übergreift."

Nichts zu haben, bedeutet oft, alleine zu sein oder unter sich zu bleiben. Die Kinder, die in solche Verhältnisse hineingeboren werden, wachsen mit Perspektivlosigkeit auf. Sie kennen nichts anderes, als mit dem Mangel leben zu müssen. Armut bedeutet für sie zudem weniger Bildungschancen zu haben, da sie weniger Fördermöglichkeiten erhalten.

Bernd Siggelkow: „Wir müssen mehr Angebote für sie schaffen - Nachhilfeunterricht, kostenloses Essen an Schulen, zuverlässige Ansprechpartner - und auch die alleinerziehenden Mütter und Väter stärker bei ihren Aufgaben unterstützen. Wir dürfen sie nicht allein lassen."

Denn Armut macht einsam, wenn man nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnimmt. So gibt man sich und andere Menschen schneller auf.