Kinderarmut spielt im Wahlkampf keine Rolle 11.09.2013

Familienwahlrecht um Kinderrechte zu stärken

Vor der anstehenden Bundestagswahl bedauert der Gründer des Kinder- und Jugendwerks Die ARCHE, Bernd Siggelkow, dass das Thema der Kinderrechte im aktuellen Wahlkampf keine bedeutende Beachtung findet: „Es ist eine gravierende Vernachlässigung unserer Kinder, vor allem derer aus sozial benachteiligten Familien, dass ihr Recht auf Förderung und ihren Schutz immer noch nicht im Grundgesetz verankert ist.“

Seit Jahren wird zwar immer wieder darüber debattiert, Kinderrechte ins Grundgesetz mit aufzunehmen, doch die Politik scheint dies beim legislaturperiodischen Stimmenfang auch diesmal wieder komplett auszublenden. In den letzten Wochen zeigten auch ausländische Journalisten in Gesprächen in der ARCHE ihre Verwunderung darüber, dass dies im Wahlkampf in Deutschland keine besondere Rolle spielt.

In Berlin lebt jedes dritte Kind von Transferleistungen. Deutschlandweit sind es 1,6 Millionen, die auf Hartz IV angewiesen sind. Diese Kinder sind von individuellen Förderungen praktisch komplett ausgeschlossen. Dabei sollte jedem Kind in unserem Land das Grundrecht auf Förderung zustehen. Hier muss der Staat zwingend handeln und eine Basis schaffen. „Ich kann mir nur wünschen, dass unsere Politiker die Rechte und Bedürfnisse der Kinder stärker berücksichtigen. Eine Form des Familienwahlrechts könnte dies begünstigen. Das würde ich sehr begrüßen“, so Bernd Siggelkow.