Social Start-Up von Berliner Absolventen 18.06.2014

Nachwuchsakademiker treten gemeinsam mit Unternehmen für die Bildungsperspektiven von Kindern und Jugendlichen ein

Es geht ein tiefer Riss durch unsere Gesellschaft: Der Wirtschaftsstandort Deutschland boomt, und exzellente Hochschulabsolventen sind im Wettbewerb der Unternehmen um junge Talente gefragter denn je. Allerdings steht denjenigen, für die am Arbeitsmarkt der rote Teppich ausgerollt wird, eine große Anzahl perspektivloser Jugendlicher mit gebrochenen Bildungswegen gegenüber. Ganz überwiegend sind dies Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Elternhäusern.

Markus Haag und Alexander Eisenfeld sind Initiatoren der Bildungsinitiative „Antripolis“ (www.antripolis.com), die dieser Bildungsschere mit einem neuen Konzept begegnet. Als ehemalige Klassenkameraden verbindet die Berliner Absolventen eine langjährige Freundschaft. Markus studierte nach dem Abitur Ingenieurwesen und machte Station bei großen deutschen Industrieunternehmen. Alexander entschied sich für ein Jurastudium und schreibt nun an seiner Promotion. Beiden sind die Schwierigkeiten, mit denen junge Menschen auf ihrem Bildungsweg zu kämpfen haben, jedoch nicht fremd. Alexander etwa wuchs in der Thermometer-Siedlung auf, einem sozialen Brennpunkt im Süden Berlins: „Im sozialen Wohnungsbau landete meine Familie nach der Zwangsaussiedlung aus der ehemaligen DDR Ende der 80er Jahre. Aber auf Bildung haben meine Eltern stets größten Wert gelegt. Andere Jugendliche aus unserem damaligen Umfeld hatten dieses große Glück nicht.“

Markus und Alexander erblickten Handlungsbedarf. „Vor allem, weil die enge Kopplung von Herkunft und Bildungserfolg ungerecht ist. Aber auch, weil wir als Gesellschaft zu viel Potential verschenken“, so beschreibt Markus ihre Motivation. Ihre Idee: Gerade die Nachfrage der Wirtschaft nach Absolventen soll zur Förderung der Bildungsperspektiven von Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen Verhältnissen genutzt werden: „Unternehmen investieren viel Geld, um Zugang zu Nachwuchstalenten zu erhalten. Wenn wir an der Bildungsmisere zahlreicher Jugendlicher etwas ändern wollen, steht uns also ein Mittel zur Verfügung!“

Aus dieser Überlegung entstand Antripolis: Erfolgreiche Hochschulabsolventen vernetzen sich auf einer Online-Plattform mit renommierten Arbeitgebern, zunächst aus dem Bereich „Jura“. Die Partnerunternehmen, sieben namhafte Wirtschaftssozietäten, entrichten Beiträge für jeden Kandidaten, der seinen Lebenslauf einstellt und mit dem sie über das Netzwerk in Kontakt treten können. Jene Beiträge fließen jedoch nicht in private Taschen, sondern kommen Einrichtungen zugute, die wichtige Bildungsarbeit zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Verhältnissen leisten. Antripolis kooperiert zu diesem Zweck mit dem „Kinder- & Jugendwerk die ARCHE“, dem „Start-Schülerstipendium“ der gemeinnützigen Hertie-Stiftung und „Teach First Deutschland“. Besonders wichtig ist den Gründern der Initiative, dass die Absolventen selbst über die Aufteilung der Fördersumme unter den drei Bildungseinrichtungen entscheiden können. Allein durch die Mitgliedschaft fördert jeder teilnehmende Absolvent die Bildungseinrichtung seiner Wahl mit 120,- Euro im Jahr.

Antripolis gibt jungen Akademikern also eine einfache Möglichkeit, ihren Bildungserfolg mit benachteiligten Jugendlichen zu teilen und zugleich die eigene berufliche Zukunft voranzutreiben. Außerdem versteht sich die Initiative als Plattform, um soziales Engagement im Bildungswesen durch junge Menschen und die Wirtschaft zu stärken. Mit ihrer Vision stehen die Initiatoren nicht allein: Antripolis erfährt Unterstützung durch eine Reihe renommierter Hochschullehrer, darunter etwa Bundesverfassungsrichterin Prof. Dr. Susanne Baer und Bundesverfassungsrichter a.D. Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Grimm. Auch zahlreiche rechtswissenschaftliche Fakultäten deutschlandweit stehen hinter der Initiative. Und das zeigt Wirkung: Seit ihrem Start vor vier Monaten konnte die Initiative bereits 14.500,- Euro für wichtige Bildungsarbeit zugunsten von Kindern und Jugendlichen spenden!

Pressekontakt Antripolis: Alexander Eisenfeld, Mobil: +49.176.32027261, Email: alexander.eisenfeld@antripolis.de